Die Nutzung der Corona-Warn-App, der Kinderbonus von 300 € und noch offene Fragen zum kommenden Schuljahr (18.06.2020)

(Harry Wunschel) Nach Abschaffung des Abstandsgebotes soll die neue Corona-Warn-App einen zusätzlichen Schutz vor einer zweiten Infektionswelle bieten. Die Nutzung der App ist freiwillig und der Datenschutz ist sichergestellt. Über www.corona-warn-app.de werden Sie direkt zu den App-Stores von Apple oder Google weitergeleitet und können diese App herunterladen.

Mithilfe von Bluetooth werden verschlüsselt die Personen erfasst, mit denen man Kontakt hatte. Wenn man sich länger als 15 min und in einem Abstand von weniger als 3 m neben einer infizierten Person aufgehalten hat, bekommt man eine Warnung und wird nach Rücksprache mit dem Arzt zu einem kostenlosen Covid-19-Test eingeladen. Ansonsten werden die verschlüsselten Daten der Kontakte nach 14 Tagen automatisch gelöscht.

Laut Informationen der App-Entwickler werden ca. 80 Prozent der Kontakte richtig eingeschätzt, eine hundertprozentige Sicherheit bietet das Bluetooth-Tracing aber nicht. Die App wird demnächst auch für andere Sprachen erhältlich sein (Türkisch, Arabisch, ...). In einem nächsten Schritt sollen auch die freiwillig abgegebenen Warnmeldungen bei den Gesundheitsämtern digital erfasst werden können. Insgesamt wird eine Verkürzung bis zum Testergebnis von 2 - 4 Tagen angestrebt. Die App kann auch in immer mehr europäischen Ländern genutzt werden (außer Frankreich), derzeit beispielsweise in Österreich, der Schweiz und Italien.

Das Bildungsministerium versichert, dass diese App auch in den berufsbildenden Schulen nicht verpflichtend eingeführt wird. Dennoch wird empfohlen, dass neben den Lehrkräften auch möglichst viele Schülerinnen und Schüler diese Warn-App nutzen. Für die Nutzung der App wird kein Datenvolumen benötigt. Wie bei jeder anderen App auch, müssen bei Minderjährigen die Eltern dem Herunterladen zustimmen.

Den Kinderbonus von 300 € erhält jede Person, die einen Anspruch auf Kindergeld hat. Das Geld wird mit dem Kindergeld im September und Oktober diesen Jahres ausbezahlt, jeweils
150 € pro Kind. Da der Kinderbonus jedoch auf den steuerlichen Kinderfreibetrag (7.812 €) angerechnet wird, kommen nicht alle Eltern tatsächlich in den Genuss von 300 € pro Kind. Entscheidend ist letztendlich das tatsächlich zu versteuernde Einkommen im Jahr 2020 (Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer werden hier nicht betrachtet). Eine Orientierung bietet deshalb der letzte Steuerbescheid, in dem das zu versteuernde Einkommen aufgeführt ist.

Die im folgenden angegebenen Beträge beziehen sich auf verheiratete Lehrkräfte, nicht verheiratete Eltern müssen die Beträge halbieren.

Bis zu diesem zu versteuernden Jahreseinkommen erfolgt keine Anrechnung auf den steuerlichen Kinderfreibetrag:

Eltern mit 1 Kind: ca. 67.800 €, Eltern mit 2 Kindern: ca. 72.000 €, Eltern mit 3 Kindern: ca. 76.800 €.

Ab folgendem zu versteuerndem Jahreseinkommen wird der Kinderbonus voll mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnet:

Eltern mit 1 Kind: ca. 85.900 €, Eltern mit 2 Kindern: ca. 90.000 €, Eltern mit 3 Kindern: ca. 95.000 €. Für das zu versteuernde Jahreseinkommen zwischen diesen Werten, verbleiben weniger als 300 € pro Kind.

Konkretisierende Angaben zum neuen Schuljahr lassen leider weiterhin auf sich warten. Als neuer Termin wird Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche genannt:

Es muss endlich geklärt werden, ob und wie die PauSE-Regelung angewandt werden soll und damit kleinere Klassen ermöglicht werden können.

Muss weiterhin ein zeitversetzter Unterricht stattfinden, um große Schüleransammlungen zu vermeiden?

Wie sieht es mit dem Lüften insbesondere in den kälteren Jahreszeiten aus?

Werden zusätzliche PES-Kräfte ermöglicht, um beispielsweise Lehrkräfte im Homeschooling vor Ort in den Schulen zu unterstützen?

Können wir einen zweiten Studientag bekommen, um die Didaktik der digitalen Bildung voranzubringen?

Werden digitale Bücher in die Schulbuchausleihe übernommen?

Wie wird mit den coronabedingten Wissenslücken der Schülerinnen und Schüler umgegangen?

Wird die Benotung von Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Homeschooling endlich auf sichere Füße gestellt?

Der vlbs hofft, möglichst bald Antworten auf all diese und weitere Fragen zu bekommen.

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