Zusammenfassung von Rückmeldungen auf Fragen an die vlbs-Mitglieder zur Schulöffnung (15.05.2020)

(Harry Wunschel) Der vlbs hat einen Fragenkatalog an seine Mitglieder gesandt und erhält dankenswerter Weise sehr viele Rückmeldungen. Hier nun eine kurze Zusammenfassung derRückmeldungen, verbunden mit ein paar Anmerkungen zum aktuellen Diskussionsstand mit dem Bildungsministerium. In der nächsten Ausgabe von vlbs-aktuell werden die einzelnen Problemfelder näher beleuchtet.

1. Umsetzung des Hygieneplans
Wie zu erwarten war, ist die Umsetzung des Abstands- und Maskengebotes gerade in den Schulformen BVJ und BF (aber nicht nur dort) nur sehr schwer umzusetzen, scheint aber auch etwas von den Fachrichtungen abhängig zu sein. Die Situation im Klassenraum wird nicht immer den Hygieneanforderungen gerecht, insbesondere wenn es zu Bewegungen im Raum kommt. Ein Händewaschen vor jeder Unterrichtsstunde ist zeitlich nahezu unmöglich. Aber an vielen Schulen werden nur geringe Probleme mit der Umsetzung des Hygieneplans gemeldet.

Die Problematik der fehlenden Akzeptanz der Schülerinnen und Schüler zu den Hygienevorschriften ist von Seiten des HPR sowohl mit der Abteilung 4A als auch mit der Bildungsministerin besprochen worden. Wichtig ist, dass die Schulleitung auch notwendige mögliche Sanktionsmaßnahmen, wie z.B. den Ausschluss vom Unterricht für einen Tag mitträgt. Wenn die Situation nicht mehr in den Griff zu bekommen ist, dann kann nach Aussage aus dem Bildungsministerium eine kleine Klasse auch geteilt und rollierend unterrichtet werden. Es gilt dabei Gesundheitsschutz vor Bildungsauftrag.

2. Aufsichtspflichten
Die Belastung der Lehrkräfte mit zusätzlichen Aufsichten ist von Schule zu Schule sehr unterschiedlich. Tendenziell werden in größeren Schulen mehr Aufsichten benötigt, ebenso ist die bauliche Situation entscheidend. Oftmals können Schülerinnen und Schüler ihre Pausen auch in den Klassenräumen verbringen, was größere Ansammlungen im Pausenhof vermeidet und Aufsichten reduziert.

Von Seiten des Bildungsministeriums wird auf kreative Lösungen verwiesen. So nennt Ministerin Dr. Hubig immer das Beispiel bezüglich der sehr geringen Aufsichtsnotwendigkeit vor Toiletten an der BBS 1 in Mainz. Dort bekommt jeder Schüler und jede Schülerin ein Kärtchen, die in eine Folie an der Toilettentür hinterlegt wird. Maximal 3 Personen dürfen in den Toiletten sein, damit maximal drei Kärtchen in der Folie. Letztendlich beobachtet man aber die Situation an den einzelnen Schulen.

3. Gesundheitsschutz für Lehrkräfte
Das Verteilen von Alltagsmasken an Schülerinnen und Schüler, jedoch nicht an Lehrkräfte, sorgte für deutlichen Unmut. Die Fürsorgepflicht des Landes für seine Arbeitnehmer werde konsequent ignoriert. Gerade für die Möglichkeit des Präsenzunterrichtes für die Riskogruppen unter den Lehrkräften werden auch FFP2-Masken gefordert.

Nachdem die HPR-Vertreter im Bildungsministerium wochenlang mit der Forderung zumindest für einen Anfangsbestand an Alltagsmasken für Lehrkräfte zu sorgen, gegen eine Wand gelaufen sind, scheint drei Wochen nach Schulöffnung eine Verteilung von Alltagsmasken an Lehrkräfte ermöglicht zu werden. Die Situation ist für das Land trotzdem nur noch peinlich!

Da viele Lehrkräfte aus den Risikogruppen gerne in den Präsenzunterricht zurückkommen wollen, sollte das Land über einen besonderen Schutz dieser Personen bei der Rückkehr in die Schule nachdenken. Schließlich wird nächstes Schuljahr jede Lehrkraft vor Ort benötigt, um den Unterrichtsbetrieb aufrecht zu erhalten. Das Land verneint auch bei Ansteckung und schwerem Krankheitsverlauf die Anerkennung als Arbeitsunfall, da man nicht nachweisen könne, dass die Ansteckung in der Schule passiert ist.

4. Besondere Belastung der Lehrkräfte
Es wird nahezu in allen Rückmeldungen die Doppelbelastung von Präsenzunterricht und Aufsichten auf der einen Seite und gleichzeitig Homeschooling auf der anderen Seite beschrieben. Die Erreichbarkeit der Schülerinnen und Schüler kann auch nicht durchgehend sichergestellt werden. Darüber hinaus werden Funktionsträger und Schulleitungen bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit durch das notwendige ständige Umplanen und Gewährleisten des Gesundheitsschutzes getrieben. Es breitet sich schon fast eine Angst bei den Lehrkräften vor dem neuen Schuljahr aus, ob man die Anforderungen an den Schulbetrieb und den besonderen Unterricht überhaupt gewachsen ist.

In der BBS-Abteilung soll Ende Mai eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung des HPR eingerichtet werden, die sich mit den Fragen zur Organisation des neuen Schuljahres beschäftigen soll, beispielsweise der Lehrkräftearbeitszeit, der Mindestschülerzahl für eine Klasse, Umgang mit (abgespeckten) Lehrplaninhalten, der Notenbildung mit Homeschooling, die Zahl der Klassenarbeiten, (Nicht-)Umsetzung der PauSE-Vorgaben, ... Eine Herkulesaufgabe! Gleichzeitig wird versucht, die Belastung der Präsenz-Lehrkräfte durch zusätzliche PES-, EQuL- und Mittel für Vertretungslehrkräfte zu reduzieren. Ob für berufliche Fächer diese Lehrkräfte gefunden werden können, ist zumindest fraglich.

Für den vlbs ist es unerlässlich, dass für die Belastung der Lehrkräfte zumindest in der Nach-Corona-Zeit auch eine Entlastung kommen muss!!!!

Erste Vorschläge aus dem HPR sind die Reduzierung des Stundendeputates und die Aufstockung der A14-Beförderungsmöglichkeiten. Für die Funktionsträger müssen die Anrechnungsstunden dauerhaft erhöht werden.

5. Regelungen für die Praktika
Aktuell gibt es jetzt konkrete Regelungen für die Praktika in der Fachschule Sozialwesen und der HBF. Diese können Sie auf der Homepage des vlbs im Downloadbereich unter „Umgang mit Praktikumszeiten HBF in Coronazeiten“ und „Aktualisierung Handreichung FS Sozialwesen FR Sozialpädagogik und Heilerziehungspflege“ nachlesen. Einige Fragen zum FH-Reife-Praktikum sind jedoch noch offen, z. B. als Aufnahmevoraussetzung für die BOS 2.

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