In der BBS werden für das kommende Schuljahr mehr Lehrkräfte benötigt (22.05.2020)

(Harry Wunschel) Das gesamte neue Schuljahr wird wohl noch unter „Corona-Bedingungen“ laufen müssen. Die berufsbildenden Schulen brauchen für ihre Planungen jetzt schnellstmöglich Klarheit für die Ausgestaltung des Unterrichts und den Umgang mit Risikogruppen. Da noch keine Vorgaben aus dem Bildungsministerium und der ADD vorliegen, wird von dort angewiesen, dass die Schulen „ganz normal“ planen sollen. Dabei weiß jeder, dass diese Planungen eher für die „Ablage P“ gemacht werden.

1. Nächstes Schuljahr werden dringend mehr Lehrkräfte benötigt.
Die Personalplanungen und Stellenberechnungen sind noch auf Basis der Zahlen vor der Corona-Pandemie (minus ca. 1.700 Schülerinnen und Schüler) erstellt worden. Auch wenn schon die Klassenzahlen etwas korrigiert wurden, ändert es nichts daran, dass von 113,6 freiwerdenden Stellen (und diese Zahl wird noch ansteigen) nur 73 Stellen wieder besetzt werden sollen.

Für sehr gute und gute Absolventinnen und Absolventen des Referendariats konnten schon jetzt keine Stelle für nächstes Schuljahr in Rheinland-Pfalz angeboten werden, obwohl die Schulen Bedarf haben!

Es wird intern mit einem Rückgang der Zahlen der Ausbildungsverträge von bis zu 30 Prozent gerechnet. Diese Jugendliche werden wohl vermehrt in die Vollzeitbildungsgänge der BBS wechseln, für die etwa der dreifache Wochenstundenansatz benötigt wird. Gleichzeitig wird die besondere Art des Unterrichtens in der Gleichzeitigkeit von Präsenz- und Onlineunterricht, bei zusätzlichen Aufsichtspflichten, die Belastung der Lehrkräfte weiter deutlich erhöhen. Ebenso müssen Lehrkräfte im Homeschooling durch andere Lehrkräfte vor Ort unterstützt werden.

Aufgrund dieses aktuellen Lehrkräfte-Mehrbedarfs und zukünftig wieder steigender Schülerzahlen fordert der vlbs die freiwerdenden Stellen jetzt wieder vollständig zu besetzen!

Der Ausgleich kann nicht nur auf die Zukunft verschoben werden, beispielsweise durch Herabsetzen des Stundendeputats, Erhöhung der Anrechnungsstunden und eine größere Zahl von Beförderungsstellen (für den höheren Dienst, aber auch für die Lehrkräfte im gehobenen Dienst) zu einem späteren Zeitpunkt, da die Überlastung einfach zu groß ist.

Der vlbs hat dazu eine Pressemitteilung verfasst, die Sie im Downloadbereich unter Pressemitteilung "Die BBS braucht dringend mehr Lehrkräfte im nächsten Schuljahr" abrufen können.

2. Risikogruppen der Lehrkräften brauchen Klarheit für das nächste Schuljahr
Allein im Online-Unterricht sind aktuell ca. 15 Prozent der BBS-Lehrkräfte aufgrund einer Zuordnung zu den Risikogruppen eingesetzt. Derzeit laufen die Diskussionen im Bildungsministerium, wie im nächsten Schuljahr mit den Risikogruppen umgegangen werden soll.

Der vlbs fordert schnellstmöglich Klarheit, damit Lehrkräfte und Schulen für das nächste Schuljahr valider planen können!

Es bleibt jedoch die Besorgnis, dass wie in manchen anderen Bundesländern das Alter nicht mehr als Risikofaktor gesehen wird und nur noch durch ärztliches Attest zu weiteren Risikofaktoren ein reines Homeschooling ermöglicht wird.

3. Immer noch keine Anrechnungsstunden für die Umsetzung der Generalisierten Pflege
Obwohl von der BBS-Abteilung im Bildungsministerium „viele Anrechnungsstunden“ für die Umsetzung der Generalisierten Pflege beantragt hat, gibt es bis heute noch keine Entscheidung der Hausspitze.

Da hier umfängliche Arbeiten geleistet wurden und, coronabedingt, zusätzlich z. B. bei der Gewinnung von Praktikumsplätzen mehr Arbeit auf die Lehrkräfte zugekommen ist, fordert der vlbs eine schnellstmögliche Entscheidung!

Falls die Organisation der Praktikumsplätze von den Schulen durchgeführt wurde, kann der Schulträger dafür 600 € pro Schüler(in) erhalten. Deshalb sollten die betroffenen BBS mit ihren Schulträgern über die Verwendung der Gelder in den Schulen sprechen. Einige Schulen im ländlichen Raum haben noch Probleme, überhaupt alle Praktikumsplätze für ihre Schülerinnen und Schüler bereitzustellen.

Der vlbs drängt auf eine schnellstmögliche Klärung!

Die Schülerzahlen scheinen für die neue Berufsfachschule Pflege insgesamt zurückzugehen, wahrscheinlich muss aber keine Klasse geschlossen werden.

4. Im nächsten Schuljahr 2,6 Stellen für Digitale Lernzentren an BBS
Für die aktuell geplanten 5 bis 7 Digitalen Lernzentren an berufsbildenden Schulen sollen insgesamt 62,4 Anrechnungsstunden im nächsten Schuljahr zur Verfügung gestellt werden.

Auch wenn die Bedarfssituation sich coronabedingt etwas verschoben hat, sollte schnellstmöglich mit der Umsetzungsplanung begonnen werden. Die Zeit drängt!

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